Aggiungere un commento

Europa erklärt (3/7): Rat, was heißt hier Rat?

Consigliare questo articolo

Europäischer Rat, Rat der Europäischen Union und Europarat

Man hört und liest im Zusammenhang mit der EU immer wieder vom «Europäischen Rat», dem «Rat der Europäischen Union», dem «Ministerrat», dem «Rat der Staats- und Regierungschefs» oder nur vom «Rat». Klingt kompliziert? Ist es gar nicht. Die Euros erklären, was sich hinter den Begriffen verbirgt.


Im Wesentlichen geht es um zwei Gremien der EU, für die es jeweils mehrere Bezeichnungen gibt. Am geläufigsten sind die Bezeichnungen „Europäischer Rat“ und „Ministerrat“. Genau genommen ist der Ministerrat allerdings gar kein Gremium der EU, sondern das Entscheidungsgremium der Europäischen Gemeinschaften (EG’en), die wiederum unter dem Dach der EU stehen. Deshalb ist der Ministerrat ein Organ innerhalb der EU, aber eben noch kein Organ der EU selbst. Das würde sich mit dem Vertrag von Lissabon ändern, der die Aufhebung der Trennung von Europäischen Gemeinschaften und Europäischer Union vorsieht. Der „Europäische Rat“ hingegen ist offiziell ein Bestandteil der EU, juristisch gesehen aber kein Organ. Außerdem gibt es noch den «Europarat». Dieser hat mit dem Gebilde der Europäischen Union direkt jedoch nichts zu tun. Im Folgenden wollen wir diese drei politischen Gebilde etwas unter die Lupe nehmen.

Die drei wichtigsten Organe der EU sind bekanntlich der Ministerrat bzw. einfach „der Rat“, die Kommission und das Europäische Parlament (oder Europaparlament). In diesem Artikel soll es jedoch nur um jene Organe und Gremien gehen, die mit ihrer Namensgebung als Räte so oft für Verwirrung sorgen.

Da wäre zunächst „der Rat“, „Ministerrat“ oder „Rat der Europäischen Union“...

Das Justus-Lipsius-Gebäude in Brüssel
Noch sind Ministerrat und Europäischer Rat hier untergebracht. Letzterer wird in den Residence Palace umziehen.

Der Rat der Europäischen Union, wie die offizielle Bezeichnung lautet, ist das mächtigste Organ innerhalb der EG/EU, da in ihm alle Rechtsakte der Europäischen Gemeinschaft (also die „Gesetze“ der EU, wie zum Beispiel Richtlinien und Verordnungen) verabschiedet werden. In vielen Bereichen nimmt er diese Aufgabe gemeinsam mit dem Europäischen Parlament wahr, in einigen Bereichen auch eigenständig. Dies wird jeweils im EG-Vertrag und im EU-Vertrag geregelt. Weil er so wichtig ist, wird er oft auch nur „der Rat“ genannt.

Der Rat selbst kann in derzeit neun verschiedenen Formen zusammentreten. Darin sitzt dann jeweils ein Fachminister aus jedem Mitgliedstaat. Je nachdem, über welchen Politikbereich gerade verhandelt wird, sitzen dort also alle Verteidigungsminister, Agrarminister oder Wirtschaftsminister der EU-Mitgliedstaaten. Deshalb wird der Rat auch oft «Ministerrat» genannt. Die Treffen finden meistens in Brüssel statt.

Kommen wir nun zum „Europäischen Rat“ oder „Rat der Staats- und Regierungschefs“...

JPEG - 88.2 Kb
Der Europäische Rat vom 19. Juni 2008

Wichtigstes Thema war bei diesem Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs das Schicksal des Reformvertrags nach dem Nein aus Irland.

Im Europäischen Rat treffen sich die Regierungschefs der einzelnen Mitgliedstaaten (für Deutschland also zur Zeit Frau Merkel, für Frankreich Herr Sarkozy). Der Europäische Rat ist politisch betrachtet das wichtigste Gremium der EU, aber formal keines ihrer Organe. Die Treffen finden mindestens zweimal, meistens viermal im Jahr statt. Weil er die Staats- und Regierungschefs versammelt, wird der Europäische Rat auch oft „Rat der Staats- und Regierungschefs“ genannt. Allerdings sitzen in ihm auch die Außenminister aller Mitgliedstaaten und der Kommissionspräsident, die hier allerdings nur beratende Funktion haben. In der Presse werden die Treffen des Europäischen Rates oft als „EU-Gipfel“ bezeichnet. Auf diesen Gipfeln beraten also die Staats- und Regierungschefs über die Zukunft der EU und geben die Leitlinien für deren weitere Entwicklung vor. Einem Rotationsprinzip folgend sitzt ein Mitgliedstaat jeweils für sechs Monate dem Europäischen Rat vor, es hat dann die so genannte Ratspräsidentschaft inne. Dies betrifft zugleich auch die Beratungen der Fachminister im Rat, bei denen dann der Minister aus dem Land, das den Vorsitz innehat, die Verhandlungen leitet.

Und zuletzt der „Europarat“...

Der „Europarat“ hat weder mit dem oben beschriebenen Rat zu tun, noch ist er überhaupt Organ der EU. Er ist vielmehr eine ganz eigenständige Internationale Organisation neben der EU. Er ist ein politisches Organ, das bereits 1949 gegründet wurde.

Der «Palais de l'Europe» in StraßburgSeine Mitgliedstaaten können Abkommen eingehen, die in den 47 Mitgliedstaaten des Europarats wirksam werden, jedoch juristisch nicht in Zusammenhang mit der EU-Gesetzgebung stehen. Dennoch sind alle 27 Mitgliedstaaten der EU auch Mitglied im Europarat. Der Europarat ist ein sehr wichtiges Gremium, das oft eine Vorreiterrolle für die europäische Einigung gespielt hat. Zu seinen Zielen gehört, die Menschenrechte, die parlamentarische Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit in Europa zu schützen und zu fördern und das Bewusstsein für die kulturelle Identität und Vielfalt Europas zu fördern.

Ganz deutlich wird der Unterschied von Europarat und Europäischer Union, wenn man sich vergegenwärtigt, dass im Europarat viele Staaten Mitglied sind, die kein Mitglied der EU sind – beispielsweise die Schweiz, Norwegen, Kroatien und auch Länder, die nur zum Teil geografisch zu Europa gehören, wie die Türkei und Russland.

Aus der Service-Abteilung: Mini-Wörterbuch für die englischen und französischen Begriffe:

(Minister-)Rat: Council (of ministers) / Conseil (des ministres)

Europäischer Rat: European Council / Conseil Européen

Europarat: Council of Europe / Conseil de l’Europe

Hier noch einmal das Wichtigste in Kurzfassung...

Es gibt zwei Gremien in der EU, die das Wort „Rat“ im Namen tragen. Der „Rat der Europäischen Union“ tagt zusammengesetzt aus den Fachministern. Deshalb heißt er auch „Ministerrat“. Weil er so wichtig ist, wird er manchmal auch nur „der Rat“ genannt.

Ein anderes Gremium der EU ist der Europäische Rat. Er setzt sich hauptsächlich aus den Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten zusammen. Deshalb heißt er auch „Rat der Staats- und Regierungschefs“. Er ist kein Organ der EU, in ihm werden jedoch wichtige, richtungsweisende politische Entscheidungen für die EU getroffen. Seine Treffen werden in der Presse oft „EU-Gipfel“ genannt.

Neben der EU gibt es einen Europarat. Dieser hat mit der EU direkt nichts zu tun. Er besteht im Gegensatz zur EU aus 47 Mitgliedstaaten und steht vor allem für die Einhaltung der Menschenrechte, des Rechtsstaatsprinzips und der Demokratie in Europa.


Bildquellen:

(Ratsgebäude) http://en.wikipedia.org/wiki/Image:...

(Europäischer Rat vom 19.6.2008) http://www.eu2008.si/includes/photo...

(Europarat) http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:C...


Consigliare questo articolo
reagir   stampa   Invia via email   Autori
Nessun commento
ds Aggiungere un commento
Europäische Institutionen
Interview mit Christine Loudes, Direktorin der europäischen Kampagne zur Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung unter Leitung von (...)
Ein kleiner Leitfaden oder: 20 wertvolle Tricks, die Ihnen eine Karriere als EU-Journalist erleichtern.

Autori

Sebastian LOTTKUS

Im Internet

Rat der Europäischen Union
Seite für Video-Streams aus dem Rat

Europarat (offizielle Seite)
Kurzporträt des Europarats
Letzter Kommentar

Personnalité devouvre votre website tres passionnant. espere qui moi regagner l’envis afin de decouvrir revue. casino bonus gratuit sans depot

Hazel über „Sei neugierig wie ein Affe, wenn du (...) | 18. Mai 2012, 13:22 (1)

jouer casino en ligne devouvre le site internet en verite bien fini. Nous-même projete dont moi-même regagner quand plus de temps pour decouvrir revue.

Mary über Spill-over statt Game Over | 15. Mai 2012, 17:16 (1)

excellent portail, à la fois riche en renseignements et parfait. Je vous encourage de rediger toujours Pareil. de tout coeur. parier sur internet bwin

Teri über Europa erklärt (5/7): Wo sind die (...) | 7. Mai 2012, 18:20 (3)

Das alles ist aber das Werbelayer der Kommission. Man mag sich fragen, ob eine Mitwirkung der Kommission an der Meinungsbildung des Volkes überhaupt statthaft ist. Dieses Video war deshalb gut, (...)

Rebentisch über Offener Brief der Redakteure von (...) | 6. Mai 2012, 11:47 (1)

Die Geschichte eines Staates Palästina ist viel früher anzusetzen als bei der Resolution der VN von 1947: Bereits der Völkerbund hatte die vorher von den Briten versprochene Entlassung der Araber in (...)

Donatus über „Die Geschichte wiederholt sich (...) | 21. Januar 2012, 16:42 (1)

Frisch gezwitschert
Facebook

Neues Jahr, neue Vorsätze. Was steht auf deiner Liste? Wie wäre es mit ein wenig Engagement für ein junges, europäisches Projekt: Die Euros sind stets auf der Suche nach motivierten jungen Leuten, für die ‘Europa’ nicht nur ein abstrakter Begriff ist.

… als Autor/in

„Brüssel hat entschieden“, „die EU konnte sich nicht einigen“, „EU-Beamte verschwenden Steuergelder“... Wenn’s dir bei diesen Schlagzeilen in den Fingern kribbelt, Europa mal so richtig hinterleuchten, die Vorurteile zu verstehen und mit kritischen Blick aufzuarbeiten - und zwar so, dass es auch deine Freunde verstehen... Dann bewirb dich als ehrenamtlicher Autor bei den Euros!

Was muss ein/e Autor/in der Euros mitbringen?

-  Interesse und Ideen zu europäischen Themen - ob politisch, wirtschaftlich, historisch oder kulturell - und den Anreiz, diese Themen für ein breites Publikum mit Feinsinn und Kreativität aufzuarbeiten
-  Einen sicheren und verständlichen Schreibstil
-  Einen europäischen Traum

Was bieten dir die Euros?

Wir sind die einzige Webseite im deutschen Netz, die die EU kritisch, aber mit einem dynamischen und pädagogischen Anspruch angeht. Es erwarten dich ein multikulturelles und kreatives Team mit jahrelanger journalistischer Erfahrung aus allen Ecken Europas, eine Plattform für deine Ideen mit einer europaweiten Leserschaft, ehrliches Feedback, sowie Kontakte und Recherchehilfen direkt aus Brüssel.

… als Multimedia-Redakteur/in

Nicht umsonst sind wir ein Online-Magazin : ‘Online’, das bedeutet neue Möglichkeiten und neue Potentiale. Du bist im Bereich Radio-Journalismus tätig? Du weißt, wie man europäische Themen mit diesem Medium an den Mann und die Frau bringt? Dann werde Multimedia-Redakteur/in bei den Euros. Unser Ziel ist es, regelmäßig interessante und kurzweilige Podcasts anzubieten, die speziell für die Euros produziert wurden. 2012 startet unsere Podcast-Projekt ‘Welcome to the jungle’ – Thema ist der Brüsseler Demokratie-Dschungel und (unsinnige) EU-Direktiven. Um das Projekt weiter auszubauen brauchen wir dich!

… als Blogger/in

Du bist dynamisch, schreibst gerne und hast deine eigene Meinung zu europäischen Ereignissen – und die teilst du lieber durch kleine, regelmäßige Beiträge mit als in langen Analysen? Dann ist ein Eurosblog vielleicht das richtige für dich. Wir suchen junge Menschen aus ganz Europa, die etwas zu sagen und Lust haben, unser Netzwerk zu erweitern.

Was muss ein/e Blogger/in mitbringen ?

-  Dynamismus: Die Welt der Blogs ist schnelllebiger als unser Magazin; Blogger/innen können besser auf aktuelle Ereignisse reagieren.
-  Einen sicheren und verständlichen Schreibstil.
-  Eigenständigkeit: Anders als bei unseren Autoren können wir nicht jeden Blog-Artikel gegenlesen (obwohl wir die Blogs natürlich generell im Auge behalten). Souveränität im Umgang mit Themen, Sprache und technischen Gegebenheiten ist also notwendig.
-  Interesse an europäischen Ereignissen und an europäischer Politik.
-  Das gewisse Etwas: Wir suchen Blogger/innen, die wirklich Interessantes zu berichten haben. Ein Erasmus-Jahr in Spanien? Eine Anstellung in Brüssel? Eine Rundreise durch Europa? Als aktives Mitglied eines phänomenalen Projekts? Euch brauchen wir! Insbesondere Blogger/innen in europäischen Hauptstädten und den Regierungssitzen der EU (Brüssel, Straßburg, Luxemburg) sind willkommen.
-  Vor allem: Kreativität ! Europa ist dynamisch, Europa ist spannend. Und das gilt es, unseren Lesern zu zeigen.

… als Übersetzer/in

Sprachen sind deine Spezialität und du möchtest helfen, das babylonische Sprachgewirr zumindest ein wenig zu entzerren und unser Projekt voranzubringen? Dann werde Übersetzer/in bei den Euros! Mittlerweile gibt es fünf Sprachversionen, sodass du unter Italienisch, Französisch, Spanisch und Englisch wählen kannst. Jede Woche werden neue Artikel veröffentlicht – es gibt also (fast) immer was zu tun. Du kannst eigene Übersetzungsvorschläge machen, aber im Allgemeinen senden wir auch regelmäßig Vorschläge an alle Übersetzer/innen.

Professionnelle Übersetzer/innen sind ebenso willkommen wie Sprach-Fans, die eine der genannten Sprachen sehr gut beherrschen.

… als ‘Experte’

Für unsere Rubrik ‘Policy papers’ (‘Themenbögen’) suchen wir immer nach Beiträgen. Du hast eine spannende Hausarbeit über ein Europa-relevantes Thema geschrieben, hast dich eingelesen und bist zum ‘Experten’ geworden – und außer dir und deinem Prof hat die Arbeit wahrscheinlich keiner gelesen ? Bei den Euros hast du die Möglichkeit, solche Arbeiten als Policy paper zu veröffentlichen. Teile dein Wissen mit anderen Europäern und Europäerinnen!

Bewerbungen per Mail an unsere Chefredakteurin Julia : julia.korbik@die-euros.eu.

… als Mitglied der Community

Werde Teil unserer paneuropäischen Debatte! Wie das geht? Ganz einfach: Kommentiere unsere Artikel! Deine Meinung ist uns und unseren Autoren und Autorinnen wichtig. Bring dich ein, teile uns mit, was du denkst.

Öffne dich für Europa! Wir freuen uns auf dich.

Aktiv werden bei den Euros…

Politik
Wirtschaft
Gesellschaft & Medien
Nachhaltige Entwicklung
Innenpolitik
Außenpolitik
Institutionen & Brüssel
Deutschland
EU 27
Das andere Europa
Welt
Eurosblogs
Le « Sonderfall » hongrois face à l'Europe
Y’a pas le feu à l’Europe
© Groupe Euros du Village 2010 | Mentions légales | Webseite erstellt mit SPIP | Réalisation technique et design : Media Animation & Euros du Village France