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Le cifre
30 Jahre Solidarnosc

Polen feiert 30 Jahre Solidarnosc. Am 31. August 1980 wurde mit der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc die erste unabhängige Gewerkschaft in einem sozialistischen Land gegründet. Heute gilt dies als eines der entscheidenden Ereignisse im Zuge des Niedergangs der sozialistischen Systeme des Ostblocks, der letztlich auch zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung führte und die Vereinigung Europas mit der EU-Osterweiterung rund eineinhalb Jahrzehnte später erst möglich machte.

Nach monatelangen Streiks und Protesten der Arbeiter der Danziger Leninwerft gaben die Verhandlungsführer der polnischen Regierung am 31.August 1980 den Forderungen der Protestbewegung statt und billigten u.a. die Gründung unabhängiger Gewerkschaften. Auslöser der Streiks, die von Anfang an seitens der katholischen Kirche Polens und polnischer Intellektueller unterstützt wurden, waren drastische Preiserhöhungen für Fleisch im Juli 1980 gewesen. Aufgrund der zunächst harten Haltung der Regierungsseite erhoben die Werftarbeiter unter Führung des späteren ersten Staatspräsidenten des demokratischen Polens, Lech Walesa, weitere politische und soziale Forderungen. Der Erfolg der Streikwelle gab den Anstoß für die politische Wende auch in anderen Ostblockstaaten. Obwohl die polnische Regierung Ende 1981 den Kriegszustand verhängte, um so die Gewerkschaft erneut verbieten zu können, operierte Solidarnosc im Untergrund weiter. Ab August 1988 musste sich die kommunistische Führung erneut mit der Untergrundbewegung auseinandersetzen. Es wurde ein runder Tisch einberufen, dessen Ergebnis die ersten teilweise freien Wahlen im Juni 1989 waren, die Solidarnosc mit überwältigender Mehrheit gewann. Dies machte den Weg frei zur Demokratisierung Polens.

Die diesjährigen Jubiläumsfeiern zum 30. Jahrestag der Entstehung von Solidarnosc sind jedoch überschattet von innenpolitischen Spannungen in Polen. Da Solidarnosc in den vergangenen Jahren die rechtskonservative Partei der Kaczynskis unterstützt hatte, wandten sich viele Anhänger der neuen liberalen reformorientierten Regierung unter Donald Tusk und dem neugewählten Präsidenten Bronislaw Komorowski von der Gewerkschaft ab. So erschien auch Lech Walesa selbst nicht zum offiziellen Gedenkgottesdienst. Die Zukunft von Solidarnosc im neuen Polen ist deshalb fragwürdig.

Artikellogo: Krzysztof Pacholak/flickr


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