Das Hilfspaket für EU-Staaten, die große finanzielle Schwierigkeiten haben, ist geschnürt: am 9. Mai haben sich die Finanzminister der Euro-Staaten auf einen Hilfsfond geeinigt, der 750 Milliarden Euro bereitstellen soll. Die Europäische Kommission beteiligt sich daran mit 60 Milliarden Euro, 440 Milliarden Euro kommen von den EU-Mitgliedstaaten (in Form von bilateralen Darlehen), die restlichen 250 Milliarden Euro stellt der Internationale Währungsfond (IWF). Das System der bilateralen Darlehen soll allerdings nur im Notfall tatsächlich genutzt werden. Für besonderes Aufsehen sorgte die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), in Zukunft auch Staatsanleihen von schwächelnden Euro-Staaten zu kaufen. Bisher war dieses Vorgehen ein „no go“, zu hoch sei die Gefahr eines Anstiegs der Geldmenge und einer damit einhergehenden Inflation. Die EZB will diesem Risiko mit stabilisierenden Maßnahmen entgegenwirken.
Finanzexperten waren sich einig, dass ein „starkes Signal“ nötig wäre, um das Vertrauen in den Euro auf den Finanzmärkten wiederherzustellen – und tatsächlich scheint der Euro-Rettungsschirm die Finanzmärkte zunächst beruhigt zu haben, der Kurs des Euros stieg, die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen von Euro-Ländern fielen.
Besonders die Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Deutschland über die Form des Hilfspakets verhinderten eine schnelle Einigung auf konkrete Hilfsmaßnahmen: während Nicolas Sarkozy für ein ambitioniertes Hilfspaket warb, zögerte Angela Merkel und mahnte zur Besonnenheit. Das zögerliche Vorgehen der deutschen Kanzlerin sorgte europaweit für Irritation, gerade von Deutschland als einem der größten Profiteure des Euros hatte man sich mehr Einsatz für die Gemeinschaftswährung versprochen. Ein entschiedenes und frühzeitiges Handeln Merkels hätte nach Meinung vieler Experten verhindern können, dass neben Griechenland auch noch Länder wie Spanien und Italien Opfer von spekulativen Gerüchten an den Börsen wurden.
Artikellogo: flickr.com (User: mammal)


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