Le rendez-vous
EZB-Studie : EU-Finanzsystem weiter in Gefahr

Es hat alles nichts genutzt : Das hoch verschuldete Griechenland und die EU-Troika haben ein radikales Sparprogramm präsentiert, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Trotzdem ist die europäische Währungsunion weiter in Gefahr. Grund dafür seien galoppierende Budgetdefizite der Euro-Länder und die sich daraus ergebende Schuldenkrise, so steht es in einer aktuellen Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) – eine scharfe Warnung der Zentralbanker. Die vier EZB-Ökonomen, darunter Chefökonom Jürgen Stark, fordern u.a. Strafen für Staaten, die die Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht einhalten.

Warnungen kamen auch von der EU-Aufsichtsbehörde ESRB (European Systemic Risk Board) unter Vorsitz von Jean-Claude Trichet, die in einer Stellungnahme verlauten ließ, die „Risiken für die Stabilität des EU-Finanzsystems haben sich deutlich erhöht.“ Aufgrund der hohen Vernetzung innerhalb des EU-Finanzsystems bestände ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, forderte mehr politische Führung, Lösungen für die Euro-Schuldenkrise seien vorhanden und bekannt – eine Haltung, die von den zwei amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlern Kenneth Rogoff und Joseph Stiglitz geteilt wird. Sir bemängeln die Haltung europäischer Politiker. Diese müssten Umschuldungen zulassen, wenn nötig. Generell sei die Reaktionszeit der Politiker zu langsam.


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