Scheinbar in trauter Einigkeit präsentierten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und ihr britischer Amtskollege Gordon Brown in der vergangenen Woche ihre gemeinsamen Forderungen zur Finanzmarktregulierung. In einem offenen Brief an die Europäische Kommission definierten sie ein internationales Regulationssystem als wichtigstes Instrument. Offenlegungspflichten für Banken sollten für größere Transparenz sorgen. Außerdem wurde eine Begrenzung von Bonuszahlungen für Manager diskutiert. In diesem Punkt besteht jedoch keine weitreichende Einigkeit zwischen den drei Staats- und Regierungschefs. Während Frankreich verbindliche Obergrenzen für Bonuszahlungen fordert, hegt Großbirtanniens Premier Gordon Brown demgegenüber größere Bedenken. Ihm sitzen die Finanzmarktlobbyisten der City of London im Nacken, die bereits mit Abwanderung gedroht haben, sollte es größere Eingriffe ins Finanzsystem geben, wie die Begrenzung von Bonuszahlungen für Manager oder gar eine ebenfalls durch die Debatten geisternde Börsenumsatzsteuer. Ob die EU beim G20-Gipfel Ende des Monats in Pittsburgh bezüglich der Finanzmarktregulierung eine gewichtige Rolle spielen wird, hängt vor allem vom Erfolg des europäischen Vorbereitungsgipfels ab, der laut Ankündigung der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft am 17. September in Brüssel stattfinden soll. Falls es der EU dort nicht gelingt, eine gemeinsame Position zur verstärkten Kontrolle und Regulierung im Finanzsektor zu beziehen, dürfte es auch Ende des Monats in Pittsburgh schwer werden dies weltweit durchzusetzen...
Bildquelle : Will Spaetzel / flickr


Newsletter
Euros du Village
Gli Euros
Die Euros
The Euros
Los Euros